Wolf - Mensch
Der Wolf (Canis lupus) ist ein Großraubtier, das in vielen Teilen Europas und Nordamerikas vorkommt und sich in Deutschland seit nunmehr 26 Jahren wieder etabliert. Kaum ein wildlebendes Tier ruft so starke Emotionen hervor wie der Wolf. Mit seiner Rückkehr in viele Regionen kehren auch alte Ängste zurück. Doch wie berechtigt sind diese Sorgen aus wissenschaftlicher Sicht?
In menschlichen Diskussionen wird er oft als potenziell gefährlich dargestellt – geprägt nicht zuletzt durch Märchen wie „Rotkäppchen“. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch ein anderes Bild: Wölfe betrachten Menschen nicht als Beute und zeigen in der Regel eine große Scheu vor uns.
Laut einer Studie verlieren sie diese Scheu auch nicht. Selbst wenn sie streng geschützt sind.
Wie wahrscheinlich ist ein Wolfsangriff auf Menschen?
Hund - Mensch
Statistisch gesehen sind Hundeangriffe auf Menschen um ein Vielfaches häufiger als Wolfsangriffe.
Seit der Rückkehr der Wölfe ca. 1995 gab es in Deutschland genau null dokumentierte Übergriffe auf Menschen. Im Vergleich dazu sorgten im gleichen Zeitraum Hundebisse bei 88 Menschen für tödliche, pro Jahr bei mehr als 25.000 Menschen für teils schwere Verletzungen (Statistisches Bundesamt, Ärzteblatt).
Um das Risiko realistisch einzuordnen, lohnt sich der Vergleich mit einem Tier, das fest in unseren Alltag integriert ist: dem Hund, der Nachfahre des Wolfes. Hunde leben in unmittelbarer Nähe zum Menschen, teilen Wohnräume, Straßen und Parks mit uns.
In Deutschland leben mittlerweile rund 10.5 Mio Hunde in privaten Haushalten.
Auch wenn diesen 10.5 Mio Hunden nur ungefähr 2.000 wilden Wölfe gegenüberstehen, ist es wichtig, aufzuzeigen, welche Risiken bezogen auf diese Tiere real sind und welche nicht:
Dabei handelt es sich meist nicht um „böse“ Tiere, sondern um Situationen mit fehlender Aufsicht, falscher Haltung oder Missverständnissen im Mensch-Hund-Kontakt. Entscheidend ist: Das Risiko durch Hunde wird gesellschaftlich akzeptiert, während das Risiko durch Wölfe – obwohl statistisch nahezu vernachlässigbar – stark überschätzt wird.

